Geschichte / Wandbehang, Bildteppich
Die St.Galler Textilkünstlerin studierte 1928 am Bauhaus in Dessau, in der Textilabteilung von Gunta Stölzl, die sie an der Kunstgewerbeschule in München kennengelernt hatte. Ihre Bildteppiche zeigen oft Menschen und Tiere mit Symbolcharakter, aber auch religiöse Motive. Rund 70 Wirkteppiche sind von ihr erhalten, etwa die Hälfte waren Auftragsarbeiten. Die Künstlerin lebte in Montagnola im Tessin, 1945 wurde ihr im Kunstmuseum Basel eine erste Einzelausstellung gewidmet. Der Totentanz ist ein seit dem Mittelalter verbreitetes Motiv in der christlichen Kunst, das an die Vergänglichkeit und stete Gegenwart des Todes, aber auch an die Auferstehung erinnern sollte. Hier geht im Reigen der tanzenden Toten jeweils ein Sensemann - dargestellt als Skelett mit fransigen Kleidern - auf eine Frau zu, einmal ist es eine junge Alleinstehende, dann eine Verheiratete in einer letzten Umarmung ihres Partners sowie eine Mutter, die sich von ihrem Kind verabschiedet. Der Tanz findet in der Nacht statt, der Mond steht über den Figuren, den Rhythmus zum Tanz geben Trommel, Tambourin und Horn vor. Vor dem Tod sind alle Menschen gleich, egal welchen Standes oder welchen Alters.
Herkunft: Europa, Schweiz, Tessin, Montagnola
Datierung: 1942
Künstler(in), Entwerfer(in): Maria Geroe-Tobler
Material: Polychrome Wolle und Leinen handgewoben (Wirkteppich)
Masse: H 75 x B 138 cm
Inventarnummer: G 2024.208
Provenienz:
- 04.12.2024: Kulturmuseum St. Gallen, Ankauf, Koller Auktionen AG Zürich
- Urs Wirthmüller, Bern
- Anni Gutzwiller, Bern