Ethnologie / Netsuke in Kastanienform mit einer Kästchen und Gott Daikoku in Miniaturformat
Die häufig aus Elfenbein geschnitzten runden Knebel (netsuke) dienten dem Transport von Wertgegenständen an der traditionell taschenlosen japanischen Tracht. Sie sind zu diesem Zweck an einer Seidenkordel (himo) aufgezogen und am Gürtel (obi) fixiert. Dieses netsuke in Kastanienform offenbart uns einen geheimen Inhalt. Trennt man die beiden Hälften voneinander, kommt eine kleine Einbuchtung zum Vorschein, in der sich mehrere ineinander gestellte Kästchen unterschiedlicher Grösse verstecken. Während das äusserste, grösste Kästchen gänzlich undekoriert ist, werden die inneren Kästchen immer attraktiver, je kleiner sie werden. Die verschiedenen Variationen ihrer Dekors reichen von einem Schachbrettmuster aus dunklem und hellem Holz über ein Chevron-Muster bis hin zu einem feinen Flechtmuster. Beim Öffnen des letzten Kästchens erscheint eine abgestufte, quadratische Pyramide mit einer geschnitzten Figur aus hellerem Holz. Es handelt sich um Daikoku, den Gott des Wohlstands, der zu den sieben Glücksgöttern in Japan zählt. Er trägt in seiner rechten Hand einen Glückshammer, in seiner linken einen Sack mit Reichtümern. Als Symbol für Erfolg und Wohlstand werden Kastanien traditionsgemäss zum Neujahrsfest gegessen.
Herkunft: Asien, Japan
Datierung: 19. Jh.
Material: Holz, dunkel
Masse: H 14,5 x B 4 x T 3,5 cm
Inventarnummer: VK B
4035
Provenienz:
- 06.1967: Arnold und Claire Eversteyn-Grütter (12.10.1876-06.02.1967), Schenkung
- Kulturmuseum St. Gallen