Ethnologie / Ochsenschwanz-Säbel

Ochsenschwanz-Säbel

"Niuwei Dao 牛尾刀"

Die Klinge ist gekrümmt und einschneidig. Der Säbel besitzt einen runden Handschutz und einen leicht gekrümmten und geschnitzten Griff mit Knauf und Griffzwinge aus Eisen. Die Scheide fehlt. Gemäss Dokument des Museums wurde dieses Objekt vom ursprünglichen Besitzer, Dr. Frank Schulz, an seinen Freund, Dr. Paul Jung, übergeben. Dr. Frank Schulz nahm als Teilnehmer an der Strafexpedition zur Niederschlagung des Boxeraufstandes in China teil. Er war Assistenzarzt und gehörte zum Pionier-Bataillon 19. In einem Brief an Konservator Vonwiler in St.Gallen bestätigte Paul Jung, dass Frank Schulz diesen Säbel während seines Aufenthalts in China erhalten hat. Die vorliegende Form des Säbels weist eine Abweichung von den Säbeln der kaiserlichen Qing-Armee auf. Es ist festzuhalten, dass diese Art des Säbels nicht ausschliesslich von Boxern und Praktikern der Kampfkunst, sondern auch von Polizeibeamten als Dienstwaffe eingesetzt wurde. Der besagte Säbel ist dem Typ «Ochsenschwanz-Säbel» (niuwei dao 牛尾刀) zuzuordnen. Im Kampf dient dieser Säbel vornehmlich dazu, auf den Gegner einzuhacken, wobei die relativ dünne Klinge die Eignung für harte Gegenstände oder Rüstungen einschränkt. Er eignet sich daher besser für ungeschützte Ziele, da er Kleidung leicht durchdringen und schwere Verletzungen verursachen kann. Aufgrund seiner Leichtigkeit und Wendigkeit fand dieser Säbel grossen Zuspruch und kam häufig zum Einsatz.

Herkunft: Asien, China
Datierung: um 1900
Material: Eisen geschmiedet, Holz
Masse: H 90 x B 9,5 x T 8,5 cm
Inventarnummer: VK B 2042

Provenienz:
- 1900 1901: Frank Rudolf Eduard Schultz (09.10.1872-01.1913), Besitzer/in, Plünderung, Tongku, Tientsin, Peking, Peiho, Beidaihe
- Nach 1901 13.02.1922: Paul Jung (16.09.1874-01.02.1955), Einlieferer/in, Schenkung, Bern
- 13.02.1922: Kulturmuseum St. Gallen, Sammlungsinstitution/Museum, Schenkung, St. Gallen

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