Kanne

"Epichysis"

Was wäre die Mittelmeerwelt ohne den Zauber des Olivenbaums? Ohne die Produkte, die aus seinem Holz und seinen Früchten gewonnen werden? Reflexe davon finden sich auch in der antiken Überlieferung. Der Olivenbaum kommt in vielen antiken Texten vor und wurde auch gern abgebildet, vor allem auf Gefässen. Man findet sogar Szenen der Olivenernte: Menschen schlagen die Oliven mit Stöcken herunter, sammeln sie ein oder arbeiten direkt auf dem Baum. Auf dieser kleinen Kanne aus Apulien sieht man nur die Blätter. Es ist eine Epichysis – eine Gefässform, die im 4. Jahrhundert v. Chr. von apulischen Keramikern erfunden wurde. Mit der feinen, eleganten Kanne konnte man gut dosieren. Sie eignete sich damit besonders für die Aufbewahrung von teuren Flüssigkeiten, Ölen etwa oder Duftstoffen. Wann und wie unser Exemplar nach St.Gallen gekommen ist, lässt sich leider nicht mehr herausfinden. Mit Sicherheit war es in der Zeit, als man hier die mediterrane Küche und Lebenskultur noch kaum kannte, als es noch keine italienischen Restaurants gab und in den Läden nur wenige erlesene Spezialitäten aus dem Mittelmeerraum. pm

Herkunft: Europa, Italien, Apulien
Datierung: 4. Jh. v. Chr.
Material: Keramik, bemalt
Masse: H 22 DM 8 cm
Inventarnummer: A 2010.206

Provenienz:
- 02.06.2010:, Altbestand
- Kulturmuseum St. Gallen

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