Ethnologie / Wurfmesser, Wurfeisen

Wurfmesser, Wurfeisen

"Sai, Kordofan"

Die Teile dieser Wurfmesser, der Ingessana, werden physiologisch benannt: Kopf = vordere Klinge, Zahn = scharfe Schnittkante, Nacken = hintere Klinge, Lenden und Beine = Griff usw. Häufig auftretendes Muster auf den Klingen sind die sogenannten "kwir", die an Waran- oder Eidechsenhaut erinnern. Die spezifische Funktion dieser "sai"-Messer ist unklar. Zum Jagen und Kriegen wurden andere Wurfmesser, die "luny" verwendet. Evtl. sind die "sai" eine Weiterentwicklung von Wurfstöcken. Das spezielle Design der "sai" wird auch dadurch begründet, dass sie ein modisches Accessoire für die männliche Kleidung waren. Darüber hinaus sollten die "sai" auch für die Beziehung des Mannes mit der natürlichen Welt stehen und zuletzt auch als innerer Ausgleich gegensätzlicher Elemente verstanden werden. Die "sai" wurden auf der Schulter getragen.

Herkunft: Afrika, Sudan, blauer Nil
Material: Eisen
Masse: H 86,5 x B 13 x T 0,8 cm
Inventarnummer: VK 2009.073

Provenienz:
- 2009:, Altbestand
- Kulturmuseum St. Gallen

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