Nô-Maske

Nō ist die älteste Theaterform Japans und entwickelte sich im 14. Jahrhundert aus verschiedenen Vorführungen in Tempeln und Schreinen. Es findet auf einer bis auf wenige Kissen gänzlich leeren Bühne statt. Nur die männliche Hauptfigur trägt eine geheimnisvolle Maske, die den Figurentyp charakterisiert. Der Maskentyp ko-kasshiki mit seinen knabenhaften Zügen stellt den jungen Novizen eines Zen-Tempels dar. Laut Inschrift auf der Innenseite der Maske wurde sie vom bekannten Meister Deme Tōsui Mitsunori (1663-1727) geprüft und als Arbeit des grossen Hōrai beglaubigt (spätes 15. Jahrhundert). Deme Tōsui Mitsunori war der Vorsitzende in fünfter Generation des Ōno-Zweigs der Deme-nō-Maskenschnitzer-Familie. Seine Expertenhandschrift ist auf vielen bedeutenden Masken japanischer Sammlungen auf der Welt zu finden. Ein weiterer interessanter Punkt bei der Herkunft dieser Maske ist das Sammleretikett, das einen «Professor Be.» als Eigentümer nennt. Die Katakana-Silbenschrift weist auf eine Person aus dem Westen hin. Gemäss Professor Hans Bjarne Thomsen (Universität Zürich), der eine aufwendige Recherche zur Provenienz dieser Maske betrieben hat, handelt es sich um Erwin Bälz (1849-1913), den Leibarzt des Tennō und Professor an der medizinischen Fakultät der Universität Tokio in den Jahren 1877-1902. Als passionierter Sammler japanischer Kunst wurde er häufig von seinen Patienten – einschliesslich der kaiserlichen Familie und höherer Staatsbeamter – mit Kunstwerken beschenkt. Der grösste Teil seiner Sammlung befindet sich heute im Linden-Museum in Stuttgart. Dieses Stück, das sowohl japanische, deutsche wie auch französische Etiketten trägt, scheint über eine besonders interessante Route in die Schweiz gefunden zu haben. jfe

Herkunft: Asien, Japan
Datierung: 18. Jh.
Material: Holz, Farbfassung, textile Kordel
Masse: H 21 x B 14 x T 6 cm
Inventarnummer: VK As V 2006.211

Provenienz:
- 2006:, Altbestand
- Kulturmuseum St. Gallen

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