Ethnologie / Stirn oder Schläfenschmuck
Der traditionelle Schmuck der Turkmenen wird nicht selten als «schönster Schmuck der Welt» bezeichnet. Die Vorliebe für verspielte Formen und Farben sowie die Verwendung von teuren Materialien sind charakteristisch für die Arbeiten im Nordosten Afghanistans und Usbekistans. Einen besonders wichtigen Platz nimmt der Brautschmuck ein, den usbekische Frauen während der Hochzeitsfeierlichkeiten oder im weiteren Verlauf ihres Lebens bei bedeutenden Familienfesten tragen. Derart kostbarer Schmuck wurde über Generationen weitervererbt. Im Zentrum des Stirnschmucks bodom oy sind drei Elemente in «Mandel»-Form (bodom) und ein liegender Sichelmond (oy) aus vergoldetem Silber. Solche Motive gehen auf alte, kosmologische Symbole des Zoroastrismus zurück und sollen Fruchtbarkeit für die Erde und Menschen verheissen. Diese Schmuckstücke waren daher für landwirtschaftliche Gemeinschaften von grosser Bedeutung. jfe
Herkunft: Asien, Zentralasien, Nordafghanistan oder Uzbekistan, Khorezmien, Khiva
Datierung: 2. Hälfte 19. Jh.
Material: Silber; Vergoldung; Filigran; Türkise; Glassteine; Korallen
Masse: H 18 x B 11,5 cm
Inventarnummer: VK AsII
2005.1595
Provenienz:
- 28.05.2002: Kurt Gull (1913-2004 oder 2005), Schenkung
- Kulturmuseum St. Gallen