Ethnologie / Zwei Bruchstücke Haschisch

Zwei Bruchstücke Haschisch

"Haschisch Asien"

Auch im Museum gehen Objekte gelegentlich vergessen. Man kann ja nicht alles präsent haben, und schon gar nicht alles ausstellen. Die beiden Haschisch-Täfelchen sind ein Beispiel. Sie schlummerten lange im Depot vor sich hin und wurden erst vor vier Jahren wiederentdeckt. Zwei Haschisch-Proben, gut 120 Jahre alt. Würden sie heute noch ihre Kraft entfalten? Eine Anfrage beim Forensisch-Naturwissenschaftlichen Dienst der Kantonspolizei St.Gallen 2016 ergab: wohl kaum. Weil die Probe sehr alt sei, dürften chemische Abbau-Reaktionen zu Veränderungen geführt haben. Würde man das Haschisch rauchen, würde es wohl etwas anders «schmecken» und die halluzinogene Wirkung ausbleiben. Interessante, reizvolle Museumsobjekte sind die beiden Täfelchen trotzdem – aber nicht die ältesten ihrer Art. Die Marihuana-Museen von Amsterdam und Barcelona zum Beispiel dürften noch ältere Haschisch-Proben besitzen. Dafür besitzt unser Museum in seiner Sammlung noch ein anderes Drogen-Muster: Koka-Blätter aus Peru, eine Schenkung von 1905. Auch sie dürften ihre Wirksamkeit inzwischen verloren haben. pm

Herkunft: Afrika, Ägypten
Datierung: 19. Jh.
Material: Haschich
Masse: H 10,6 x B 7 x T 0,2 cm
Inventarnummer: VK C 0745

Provenienz:
- 1903: Oscar Scheitlin-Sonnenfeld (04.07.1842-11.03.1908), Schenkung
- Kulturmuseum St. Gallen

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