Ethnologie / Neujahrsbild des Geisterjägers Zhong Kui (Zhong Kui tu 鍾馗圖)

Neujahrsbild des Geisterjägers Zhong Kui (Zhong Kui tu 鍾馗圖)

Im Jahr 1906 gelangte das Objekt in das damalige Völkerkundemuseum der Ostschweizerischen Geographisch-Commerciellen Gesellschaft im Stadthaus in St.Gallen, wobei der Missionar Otto Schultze als Vermittler fungierte. Dieser Farbholzschnitt gehört zur Gattung der chinesischen Neujahrsbilder (年畫 Nianhua). Seine Herstellung umfasst drei Schritte: Zeichnen, Schnitzen und Drucken. Zunächst wird die Zeichnung auf ein Holzbrett geklebt, dann entlang der Linien geschnitzt und schließlich handkoloriert oder gedruckt. Dargestellt ist Zhong Kui, der Geisterjäger der chinesischen Mythologie. Aufgrund seines hässlichen Äußeren fiel er bei kaiserlichen Prüfungen durch, woraufhin er sich aus Verzweiflung das Leben nahm. Nach seinem Tod ernannte ihn Kaiser Xuanzong zum „Großen Dämonenbekämpfenden Gott“. Er schützt das Volk vor bösen Geistern und steht für Gerechtigkeit und Tapferkeit. Holzschnittkünstler schnitzten seine Legende in Holz und druckten sie auf Papier. Die Stile variieren regional, sind aber immer kraftvoll und dekorativ. Zhong-Kui-Neujahrsbilder haben verschiedene Zwecke:
1. Schutz des Hauses: Als ursprünglichste Funktion wehrt das Bild böse Geister ab und bewahrt den Hausfrieden.
2. Glück willkommen heißen: Darstellungen mit Glückssymbolen wie Fledermäusen oder Ruyi-Zeptern laden Segnungen ein.
3. Festliche Dekoration: Sie sind fester Bestandteil des Frühlingsfests. Auf dem Objekt befindet sich der Stempel „Göttliches Siegel zum Schutz des Hauses“ (靈鑒鎮宅神印 lingjian zhenzhai shenyin).



Herkunft: Asien, China
Material: Holzschnitt koloriert auf Papier
Masse: H 92 x B 48,5 cm
Inventarnummer: VK B 0322

Provenienz:
- 12.04.1906: Otto Schultze (25.03.1857-23.03.1930), Ankauf
- Kulturmuseum St. Gallen

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