Ethnologie / Deckeldose Famille Rose (Fencai shinütongzi xiao gaiguan 粉彩仕女童子小蓋罐)
Solche Deckeldöschen dienten für die Aufbewahrung von Stempelfarbe, Duftcremes oder Schmuck. Die Maltechnik wird als Fencai ci 粉彩瓷 bezeichnet. Die Dose zeigt einen Kavalier, der einer Dame am Tischchen eine Blume überreicht. Fencai-Porzellan gehört zur Gattung «Famille Rose». Seine Herstellung beginnt in der späten Kangxi-Periode (1661–1722) der Qing-Dynastie. Es basiert auf der Emaille-Technik (Yangcai 洋彩: fremde Farben) in Verbindung mit der traditionellen chinesischen Fünf-Farben-Technik (Wucai 五彩). Fencai-Porzellan erfreute sich insbesondere bei der kaiserlichen Familie, dem Adel und den Gelehrten grosser Beliebtheit und war ein integraler Bestandteil der Porzellankunst sowie der Dekoration am Kaiserhof der Qing-Dynastie. In der mittleren und späten Qing-Dynastie sowie in der Zeit der Republik China (1912–1949) war die Fencai-Kunst eines der wichtigsten Produkte, wobei stilistische Veränderungen festzustellen sind. Fencai-Porzellan ist nach Blau-Weiss- (Qinghua ci, 青花瓷) und Fünf-Farben-Porzellan eine der bedeutsamsten Porzellanarten Chinas. Es stellt eine der signifikantesten Errungenschaften der Qing-Dynastie im Bereich der überglasierten Porzellanmalerei dar.
Herkunft: Asien, China, Provinz Jiangxi, Jingdezhen (?)
Datierung: wohl Xianfeng-Ära (1850-1861)
Material: Porzellan, Famille Rose-Malerei, glasiert
Masse: H 5,2 x T 4,2 cm
Inventarnummer: VK B
0239
Provenienz:
- 1881 - 1904:Otto Schultze (25.03.1857-23.03.1930), Sammler/in, Südchina
- 12.04.1906: Ostschweizerische Geographisch-Commercielle Gesellschaft, Ankauf
- 20.12.1917: Kulturmuseum St. Gallen, Schenkung