Geschichte / Muttergottes, Madonna aus Altstätten
Die aus Altstätten stammende Muttergottes ist die älteste Standmadonna aus dem Gebiet der ehemaligen Fürstabtei St.Gallen. Sie ist vollrund gearbeitet und steht auf einem später hinzugefügten Sockel, der die Inschrift trägt: «Vattse Rierer hat das Bild wider erneieret 1602.» Das ehemals auf dem linken Unterarm sitzende Kind ist leider verloren. Bei der Restaurierung 1602 hat man den Sockel etwas abgeschrägt, wodurch eine leichte Neigung der schlanken Figur nach links erzeugt wurde, die wiederum die feine Hüftausschwingung optisch verstärkt. Maria trägt den Mantel wie einen Umhang über die Hände gelegt. Dadurch ergibt sich ein schöner Faltenwurf. Das Gesicht ist fein modelliert. Das leichte Doppelkinn, der kleine eigenwillige Mund und der lebendigen Blick verleihen der Figur Individualität.
Herkunft: Europa, Schweiz, Bodenseeregion
Datierung: um 1340 / 1350
Material: Lindenholz geschnitzt, farbig gefasst
Masse: H 82 x B 23 x T 20 cm
Inventarnummer: G 6775
Provenienz:
- 19.10.1905: B. Stähelin, Ankauf
- Kulturmuseum St. Gallen