Geschichte / Altar- oder Wandbehang mit Bildwirkerei aus dem Marienleben, Tapisserie
Auszug aus altem Museumsführer von Johannes Egli, 1928: In Farben von leuchtender Frische ist die Krönung Mariae, von Wolken und geflügelten Engelsköpfen umgeben, dargestellt. Rechts und links von diesem Hauptbilde erblicken wir je zwei Heilige mit ihren Attributen: rechts Verena und Johannes den Täufer, links den hl. Bernhard von Clairvaux mit den Leidensinsignien und dem Ordenswappen der Zisterzienser zu seinen Füssen, und links von ihm den hl. Mauritius als Krieger mit der Kreuzfahne. Auf der rechten Seite wird eine grosse Klosteranlage sichtbar, in deren Hof sich Frauen im Habit der Zisterzienserinnen ergehen. Oben auf den Wolken erscheint ein Chor musizierender Engel, von denen der in der Mitte die Zimmerorgel, zwei die Fiedel und Laute spielen, zwei andere Horn und Posaune blasen und je zwei zuäusserst aus Notenbüchern singen. Die blühende Landschaft wird rechts und links vom Granatapfelbaum und der Cocospalme seitlich abgeschlossen, ferner durch den Rebstock - nach dem Hohen Liede II 13 ein Sinnbild der Jungfrau Maria - durch Blumen, Früchte und Waldbäume belebt, in deren Schatten sich verschiedene Tiere: Hirsche, Hasen und Störche, tummeln. Unterhalb des Klosterbaus steht die Jahrzahl 1612 und am unteren Rande der Decke das rätselhafte Wort "Granadilla".
Herkunft: Europa, Schweiz, Luzern
Datierung: 1612
Material: Wirkarbeit mit Leinen (Kette) und Wolle, Goldlahn (Schuss)
Masse: H 100 x B 275,5 cm
Inventarnummer: G 2008.407
Provenienz:
- Herr Eisenring, Händler/in, Ankauf, Privatbesitz Kt. Luzern
- 02.05.1879: Historischer Verein des Kantons St. Gallen (Museumssammlung), Ankauf
- 16.10.1917: Kulturmuseum St. Gallen, Schenkung